• Stephanie

Bambus - ein vielseitiger Rohstoff



Du kannst ihn fast überall finden: In Fußböden, Textilien, in Häuserwänden, Küchenutensilien und es gibt ihn sogar als Fahrradrahmen. Bambus ist vielseitig einsetzbar und gewinnt als nachwachsender Rohstoff immer mehr an Bedeutung.


Was macht Bambus als Rohstoff so interessant?

Bambus wächst irre schnell und kann in manchen Fällen sogar einen Meter pro Tag schaffen. Es können daher pro Jahr große Menge geschlagen werden, ohne den Gesamtbestand in Gefahr zu bringen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Bäumen stirbt beim Fällen von Bambus auch nicht die ganze Pflanze. Bambus ist ein Süßgrasgewächs und hat deshalb unterirdische Wurzelsysteme, mit deren Hilfe sie sich schnell regenerieren und neue Halme ausbilden. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihnen, besonders viel Kohlenstoffdioxid aus der Luft aufzunehmen. Das ist der Grund weshalb Bambuspflanzen bis zu viermal mehr CO2 als andere Baumarten binden.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Bambus ist stabil und widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Beim Anbau müssen daher keine schädlichen Pestizide oder Düngemittel eingesetzt werden. Auch eine künstliche Bewässerung ist meist nicht nötig. Zudem ist der Anbau gut für die Böden, da die verzweigten Wurzelsysteme dazu beitragen, die Bodenabtragung (Erosion) zu vermindern.


Wie fair ist die Bambusbranche?

Das Hauptexportland für Bambus ist China. Verglichen mit den europäischen Bedingungen sind die Umwelt- und Sozialstandards dort deutlich niedriger. Der Anbau ist allerdings noch wenig industrialisiert und ist noch von kleinbäuerlichen Strukturen geprägt. Betrachtet man die Massenproduktion anderer Agrarprodukte, zum Beispiel Baumwolle oder Kaffee, stellt sich die Bambusbranche als vergleichsweise umwelt- und sozialverträglich dar.

Bambus wird mittlerweile auch in afrikanischen Ländern wie Äthiopien angepflanzt. Die schnell wachsenden Bambusbestände sollen die sich ausbreitende Wüste zurückdrängen. Mit positiven Nebeneffekten: Der Anbau schafft neue Arbeitsplätze und birgt das Potenzial, die Entwicklung dieser Länder zu fördern.


Lange Transportwege, wenig Transparenz

In Sachen Nachhaltigkeit hat Bambus aber auch Nachteile: Wenn die Pflanze aus Asien oder Afrika nach Europa importiert wird, bedeutet dies lange Transportwegen und somit den Ausstoß vieler umweltschädlicher Treibhausgase.

Auch im Bereich Textilien ist Vorsicht geboten. Bambus-Kleidung besteht zumeist aus Bambusviskose – einer aus Bambuszellulose gewonnenen Chemiefaser, die nicht mehr viel mit einem nachhaltigen Naturprodukt zu tun hat.

Da die Bambusbranche in Europa gerade erst richtig in Schwung kommt, gibt es zudem bisher nur wenige Siegel und etablierte Zertifizierungen, die für den Verbraucher faire und ökologische Produktionswege nachvollziehbar machen.


Ist Bambus eine nachhaltige Alternative?

Trotz langer Transportwege und der teilweise intransparenten Handelsstrukturen ist Bambus ein Rohstoff mit viel Potenzial. Der Anbau verspricht hohe Erträge bei einem niedrigen Flächen- und Wasserverbrauch. Die Umweltbelastungen durch die Bambusproduktion sind vergleichsweise gering und die flexiblen Materialeigenschaften des Rohstoffs machen ihn zu einer echten Alternative zu Plastik, Holz und Co. Aus den oben genannten Gründen sollten Verbraucher:innen aber nichtsdestotrotz Vorsicht bei der Produktwahl walten lassen – und sich beispielsweise beim Hersteller über die genauen Inhaltsstoffe sowie die Produktionswege der Produkte informieren. So kannst Du sichergehen, dass du nachhaltige Bambusprodukte verwendest.

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