• Stephanie

Das neue EU-Energielabel

Aktualisiert: Juli 3




Ab März 2021 gilt neue EU-Energielabel für Haushaltsgeräte. Das verwirrende +-Zeichen verschwindet beim neuen Energielabel. Mit dieser Maßnahme wird es einfacher, die Haushaltsgeräte zu vergleichen und ihre Energieeffizienz zu bewerten. Was noch alles hinter dem neuen Energielabel steckt, erkären wir hier.


EU-Energielabel: Zeit für ein Update

Der Kauf eines technischen Geräts kann tückisch sein. Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen, all die Features müssen beachtet werden, auch wenn man sie am Ende gar nicht braucht, denn die Energieeffizienz spielt beim Kauf eine entscheidene Rolle.

Den groben Energieverbrauch kann man auf den ersten Blick erkennen. Seit 1994 gibt es das EU-Energielabel, das ein Gerät in Effizienzklassen einordnet. Und weil die Geräte von Jahr zu Jahr effizienter wurden, kamen immer mehr Pluszeichen dazu, mit denen das ausgedrückt wurde. Mittlerweile sind wir beim A +++. Und fast alle Haushaltsgeräte auf dem deutschen Markt haben die Energieklassen A+, A++ oder A+++. Dabei ist die Energieeffizienzklasse A nur noch bei wenigen Geräten ein Merkmal für eine hohe Energieeffizienz. Das ist allerdings für den Verbaucher nicht unbedingt direkt verständlich. Die Unterschiede zwischen Geräten der Energieklasse A+++ zu denen der Klasse A+ sind gewaltig. Daher gibt es jetzt die Einordnung von A bis G.

Das neue Label gilt für

  • Waschmaschinen und Waschtrockner (Wäschetrockner erhalten es vorraussichtlich (2024)

  • Spülmaschinen

  • Fernseher und Monitore

  • Kühlschränke und Gefriergeräte

Durch die Änderung der Effizienzklassen und der Berechnungsmethode fällt die Einordnung der Geräte anders aus als bisher. So kann es sein, dass ein Kühlschrank, der bisher die Energieeffizienzklasse A+ erreicht hat, künftig nur noch in die Klasse D einsortiert wird. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Gerät jetzt mehr Strom verbraucht. Seine reale Energieeffizienz ändert sich nicht, es bleibt so empfehlenswert wie bisher. Im Gegenteil, die Angabe soll durch ein neues Rechenverfahren sogar realistischer sein.

Ungewohnt wird sicher der Blick auf die Geräte in den Geschäften für den Verbraucher. Denn es werden nur wenige Geräte mit der Klasse B gelabelt sein und die Klasse A bleibt erstmal leer. lSo bleibt den Herstellern noch genügend Spielraum für weitere innovativ Entwicklungen zur Steigerung der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten und Bildschirmen.


QR-Code

Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines QR-Codes. So kann jeder, der mehr Infos über ein bestimmtes Gerät erhalten möchte, sie sich direkt aufs Handy laden. Alle Hersteller sind inzwischen verpflichtet, gerätespezifische Informationen wie Fassungsvermögen, Wasserverbrauch oder Laustärke in der EU-Datenbank EPREL zu speichern.


Zusätzliche Informationen

Bei einigen Geräten kommen weitere Angaben auf dem Energielabel hinzu. Bei Waschmaschinen muss nun zum Bespiel angegeben werden, wie lange das Energiesparprogramm dauert, das dem angezeigten Stromverbrauch zugrunde liegt.

Was das EU-Energielabel bislang gebracht hat.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) berücksichtigen ca. 80 % der Verbraucher*innen das EU-Energielabel beim Kauf. Neben Transparenz und Wettbewerbsförderung hat das EU-Energielabel dazu beigetragen, den Stromverbrauch deutschlandweit zu senken:

Der Stromverbrauch aller Haushalte sank 2018 gegenüber 2008 um 7,2 Prozent. Vor allem durch die Standards der Energieeffizienz, festgelegt in der Ökodesign-Richtlinie, konnte eine Trendwende eingeleitet werden. Dabei helfen EU-Energielabel und der „Blaue Engel“ den Verbraucherinnen und Verbrauchern, effiziente Geräte zu erkennen.” – Umweltbundesamt

Ein Blick auf die Effizienz einzelner Haushaltsgeräte zeigt die Wirkung noch deutlicher: Das Umweltbundesamt gibt an, dass effiziente Geschirrspülmaschinen heute nur noch um die 176 kWh pro Jahr benötigen, während es in den 90-er Jahren noch durchschnittlich 490 kWh pro Jahr waren. Das ist eine Einsparung von rund 74 %.

Erst ein bewusster Umgang macht ein Gerät wirklich effizient.


Ein kritischer Punkt ist die Mehrfach- und Intensivnutzung von Geräten. Häufig ist sie ein Grund, warum viele Haushalte die Stromkosten nicht senken können, sondern manchmal sogar immer mehr verbrauchen. Dieses Phänomen wird Rebound-Effekt genannt und wird besonders in Haushalten mit neuen Geräten beobachtet: Das Wissen, ein effizientes Gerät zu haben und weniger Energie zu verbrauchen führt oft zu einem fahrlässigeren Umgang damit. In der Folge sind die Energieersparnisse also schnell wieder aufgebraucht.


Deshalb ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Technik extrem wichtig. Es gibt nützliche Energiespar-Apps, die helfen, Energie zu sparen. Hier wäre die App EnergieCheck von co2online zu erwähnen. Die kostenlose App deckt die echten Energiesparpotenziale im Haushalt auf und hilft beim Sparen.


Allerdings ist und bleibt ein energiebewusstes Verhalten der wichtigste Teil, um den Energieverbrauch zu senken. Denn kein noch so gutes Energielabel ersetzt das Verhalten. Es liegt am Verbaucher, welche Programme er wählt und wie oft er seine Geräte bedient.

Wann sollte man sein Haushaltsgerät ersetzen?

Wie bereits erwähnt, hilft das neue EU-Energielabel beim Neukauf die Geräte besser zu vergleichen. Diejenigen, die bereits Geräte mit hoher besitzen, brauchen sich keine Gedanken zu machen, sie möglichst bald zu ersetzen, sondern sie solange wie möglich nutzen. Alte Geräte mit niedriger Energieeffizienz sollten allerdings ausgetauscht werden, da es sich lohnt.


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